Schloss Ivenack


  • Baudenkmal
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Schloss Ivenack ist ein zweigeschossiger, repräsentativer Bau im Barockstil des 18. Jahrhunderts. Das Gut gehört zu den bekanntesten in Mecklenburg und befand sich im 13. Jahrhundert im Besitz der Familie von Stove. Hervorgegangen ist es aus einem Zisterzienserkloster, im Zuge der Reformation und Säkularisierung wurde daraus 1555 ein herzogliches Amt gebildet. Auf den Mauern des Klosters entstand Ende des 16. Jahrhunderts das Renaissance-Schloss des Herzogs Sigismund August zu Mecklenburg. 

Das gesamte Ivenacker Ensemble steht unter Denkmalschutz. Die großartige Raumordnung des Ortes zählt zu den herausragenden Beispielen einer architektonisch wie kompositorisch anspruchsvollen Gutsanlage aus dem 18., beginnenden 19. Jahrhundert. 

Christoph von Koppelow gelangte 1709 nicht ganz freiwillig in den Besitz des fast 7.000 Hektar großen Gutes Ivenack. Sein Landesherr, Herzog Friedrich Wilhelm I. von Mecklenburg-Schwerin, wollte sein Jagdgebiet in der Hagenower Gegend erweitern und drängte ihn zum Tausch. Ernst Christoph von Koppelow machte das Beste draus: Er entwässerte das Land, baute eine Kirche und ließ als Wohnsitz den Mittelriegel des Putzbaus errichten. Der heutige Nordwestflügel hingegen erhält noch Reste eines Fachwerkgebäudes aus dem 16. Jahrhundert, vermutlich Teile des ersten Herrenhauses. 

1740 kam durch Einheirat die Familie von Plessen aus dem Hause Cambs in den Besitz von Ivenack, mit mittlerweile 7.000 Hektar das größte Gut Mecklenburgs. Die Plessen auf Ivenack wurden in den Grafenstand des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gesetzt. 

In dieser Zeit wurde Ivenack bekannt für seine Pferdezucht. Die Grafen Plessen auf Ivenack waren neben den Freiherrn von Biel auf Zierow die Repräsentanten der weltberühmten mecklenburgischen Vollblutzucht. Dafür wurde in Ivenack eigens ein halbkreisiger Marstall errichtet, der zu den größten Wirtschaftsgebäuden des Landes zählte. Von hier stammt auch der bekannte Prachthengst Herodot, den Napoleon konfiszierte und angeblich bis nach Moskau ritt. (Mehr darüber im Audiobeitrag.) 1750 bauten die Grafen zudem die zweigeschossige Orangerie mit Mansarddach. In den folgenden Jahren entstanden ein Teehaus, ein Jagdpavillion und ein barocker Lustgarten mit einer Lindenallee. 

Durch Erbschaft gelangte das Anwesen 1761 dann aus den Händen der Familie von Plessen in den Besitz der freiherrlichen Familie von Maltzahn. Auf diese geht 1810 die Erweiterung um die Seitenflügel zurück. Diese sind dem Mittelbau stark vorgelagert und schließen in derselben Höhe wie der Mittelrisalit mit zwei Segmentbögen ab, die mit Stuckreliefs verziert wurden. Am rechten Risalit ist eine Sandsteinplatte mit Inschrift vom Ende des 16. Jahrhunderts eingelassen. Die Gebäudeecken sind im Untergeschoss als Putzquaderrustika ausgeführt. Im Hauptgebäude blieb die Raumstruktur des 18./19. Jahrhunderts weitgehend erhalten: Vestibül, Treppenhaus und ein großer Saal im Obergeschoss. 

Um 1800 wurde auch der Park erweitert und zum neun Hektar großen Landschaftsgarten umgestaltet. Er ist wegen seiner 1000-jährigen Eichen weithin bekannt. Es können aber noch andere interessante Bäume besichtigt werden: die Schindelborkige Hickorynuss und eine seltene Traubeneichenform mit einem Stammumfang von mehr als drei Metern. Ursprünglich gab es hier auch einen Tiergarten und eine Fasanerie. 

Die Familie der Freiherrn von Maltzahn Grafen von Plessen blieb bis 1945 im Besitz von Ivenack. Am 6. Mai 1945 erschoss der letzte Gutsherr, Albrecht Freiherr von Maltzahn und Graf von Plessen, nach schweren Misshandlungen durch sowjetische Soldaten seine Frau Magdalena, das Kindermädchen Emma Fuchs und sich selbst. Sie wurden später heimlich auf dem alten Friedhof des Gutes beerdigt. Hier erinnert ein Gedenkstein an sie. 

Nach dem Krieg teilte das Schloss das Schicksal vieler Herrenhäuser in Mecklenburg und war zunächst Flüchtlingsunterkunft, später Alten- und Pflegeheim für geistig behinderte Menschen. Glücklicherweise blieb vieles von der historischen Ausstattung aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten: das eindrucksvolle Treppenhaus mit dreiläufiger Treppe, die Wandschränke in der Bibliothek, Wandvertäfelungen, Parkett und Kamine. 

2000 wurde das Haus verkauft, das Nutzungsversprechen jedoch nicht eingelöst. Durch den jahrelangen Leerstand und die fehlende Sicherung des Gebäudes erlitt das Haus schwere Schäden. Marion von Keller, Nachfahrin der letzten Eigentümerfamilie Freiherren von Maltzahn Grafen von Plessen, die noch einen Teil ihrer Kindheit in Ivenack verbracht hat, kämpfte jahrelang gegen den Verfall des Hauses. 2009 wurden die Fassaden zum Teil restauriert. 2012 kaufte der dänische Investor Lars Fogh das Schloss mit Park, Orangerie und Teehaus. 2014 wurde Ivenack in die Liste der Nationalen Denkmale aufgenommen. Seit 2016 wird es – mit Unterstützung des Bundes und des Landes Mecklenburg-Vorpommern – aufwändig saniert. Geplant sind ein Ausstellungszentrum sowie Veranstaltungsräume für Hochzeiten und andere Feiern. Auch Ferienwohnungen sind vorgesehen. 

Fritz Reuter beschrieb Ivenack als "eine der Ruhe geweihte Oase, die, einer schlummernden Najade gleich, sich auf grünender Au und blumiger Wiese gelagert hat und ihr vom Laube tausendjähriger Eichen umkränztes Haupt in dem flüssigen Silber des Sees spiegelt."

Christoph von Koppelow gelangte 1709 nicht ganz freiwillig in den Besitz des fast 7.000 Hektar großen Gutes Ivenack. Sein Landesherr, Herzog Friedrich Wilhelm I. von Mecklenburg-Schwerin, wollte sein Jagdgebiet in der Hagenower Gegend erweitern und drängte ihn zum Tausch. Ernst Christoph von Koppelow machte das Beste draus: Er entwässerte das Land, baute eine Kirche und ließ als Wohnsitz den Mittelriegel des Putzbaus errichten. Der heutige Nordwestflügel hingegen erhält noch Reste eines Fachwerkgebäudes aus dem 16. Jahrhundert, vermutlich Teile des ersten Herrenhauses. 

1740 kam durch Einheirat die Familie von Plessen aus dem Hause Cambs in den Besitz von Ivenack, mit mittlerweile 7.000 Hektar das größte Gut Mecklenburgs. Die Plessen auf Ivenack wurden in den Grafenstand des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gesetzt. 

In dieser Zeit wurde Ivenack bekannt für seine Pferdezucht. Die Grafen Plessen auf Ivenack waren neben den Freiherrn von Biel auf Zierow die Repräsentanten der weltberühmten mecklenburgischen Vollblutzucht. Dafür wurde in Ivenack eigens ein halbkreisiger Marstall errichtet, der zu den größten Wirtschaftsgebäuden des Landes zählte. Von hier stammt auch der bekannte Prachthengst Herodot, den Napoleon konfiszierte und angeblich bis nach Moskau ritt. (Mehr darüber im Audiobeitrag.) 1750 bauten die Grafen zudem die zweigeschossige Orangerie mit Mansarddach. In den folgenden Jahren entstanden ein Teehaus, ein Jagdpavillion und ein barocker Lustgarten mit einer Lindenallee. 

Durch Erbschaft gelangte das Anwesen 1761 dann aus den Händen der Familie von Plessen in den Besitz der freiherrlichen Familie von Maltzahn. Auf diese geht 1810 die Erweiterung um die Seitenflügel zurück. Diese sind dem Mittelbau stark vorgelagert und schließen in derselben Höhe wie der Mittelrisalit mit zwei Segmentbögen ab, die mit Stuckreliefs verziert wurden. Am rechten Risalit ist eine Sandsteinplatte mit Inschrift vom Ende des 16. Jahrhunderts eingelassen. Die Gebäudeecken sind im Untergeschoss als Putzquaderrustika ausgeführt. Im Hauptgebäude blieb die Raumstruktur des 18./19. Jahrhunderts weitgehend erhalten: Vestibül, Treppenhaus und ein großer Saal im Obergeschoss. 

Um 1800 wurde auch der Park erweitert und zum neun Hektar großen Landschaftsgarten umgestaltet. Er ist wegen seiner 1000-jährigen Eichen (Verlinkung) weithin bekannt. Es können aber noch andere interessante Bäume besichtigt werden: die Schindelborkige Hickorynuss und eine seltene Traubeneichenform mit einem Stammumfang von mehr als drei Metern. Ursprünglich gab es hier auch einen Tiergarten und eine Fasanerie. 

Die Familie der Freiherrn von Maltzahn Grafen von Plessen blieb bis 1945 im Besitz von Ivenack. Am 6. Mai 1945 erschoss der letzte Gutsherr, Albrecht Freiherr von Maltzahn und Graf von Plessen, nach schweren Misshandlungen durch sowjetische Soldaten seine Frau Magdalena, das Kindermädchen Emma Fuchs und sich selbst. Sie wurden später heimlich auf dem alten Friedhof des Gutes beerdigt. Hier erinnert ein Gedenkstein an sie. 

Nach dem Krieg teilte das Schloss das Schicksal vieler Herrenhäuser in Mecklenburg und war zunächst Flüchtlingsunterkunft, später Alten- und Pflegeheim für geistig behinderte Menschen. Glücklicherweise blieb vieles von der historischen Ausstattung aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten: das eindrucksvolle Treppenhaus mit dreiläufiger Treppe, die Wandschränke in der Bibliothek, Wandvertäfelungen, Parkett und Kamine. 

2000 wurde das Haus verkauft, das Nutzungsversprechen jedoch nicht eingelöst. Durch den jahrelangen Leerstand und die fehlende Sicherung des Gebäudes erlitt das Haus schwere Schäden. Marion von Keller, Nachfahrin der letzten Eigentümerfamilie Freiherren von Maltzahn Grafen von Plessen, die noch einen Teil ihrer Kindheit in Ivenack verbracht hat, kämpfte jahrelang gegen den Verfall des Hauses. 2009 wurden die Fassaden zum Teil restauriert. 2012 kaufte der dänische Investor Lars Fogh das Schloss mit Park, Orangerie und Teehaus. 2014 wurde Ivenack in die Liste der Nationalen Denkmale aufgenommen. Seit 2016 wird es – mit Unterstützung des Bundes und des Landes Mecklenburg-Vorpommern – aufwändig saniert. Geplant sind ein Ausstellungszentrum sowie Veranstaltungsräume für Hochzeiten und andere Feiern. Auch Ferienwohnungen sind vorgesehen. 

Fritz Reuter beschrieb Ivenack als "eine der Ruhe geweihte Oase, die, einer schlummernden Najade gleich, sich auf grünender Au und blumiger Wiese gelagert hat und ihr vom Laube tausendjähriger Eichen umkränztes Haupt in dem flüssigen Silber des Sees spiegelt."

Christoph von Koppelow gelangte 1709 nicht ganz freiwillig in den Besitz des fast 7.000 Hektar großen Gutes Ivenack. Sein Landesherr, Herzog Friedrich Wilhelm I. von Mecklenburg-Schwerin, wollte sein Jagdgebiet in der Hagenower Gegend erweitern und drängte ihn zum Tausch. Ernst Christoph von Koppelow machte das Beste draus: Er entwässerte das Land, baute eine Kirche und ließ als Wohnsitz den Mittelriegel des Putzbaus errichten. Der heutige Nordwestflügel hingegen erhält noch Reste eines Fachwerkgebäudes aus dem 16. Jahrhundert, vermutlich Teile des ersten Herrenhauses. 

1740 kam durch Einheirat die Familie von Plessen aus dem Hause Cambs in den Besitz von Ivenack, mit mittlerweile 7.000 Hektar das größte Gut Mecklenburgs. Die Plessen auf Ivenack wurden in den Grafenstand des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gesetzt. 

In dieser Zeit wurde Ivenack bekannt für seine Pferdezucht. Die Grafen Plessen auf Ivenack waren neben den Freiherrn von Biel auf Zierow die Repräsentanten der weltberühmten mecklenburgischen Vollblutzucht. Dafür wurde in Ivenack eigens ein halbkreisiger Marstall errichtet, der zu den größten Wirtschaftsgebäuden des Landes zählte. Von hier stammt auch der bekannte Prachthengst Herodot, den Napoleon konfiszierte und angeblich bis nach Moskau ritt. (Mehr darüber im Audiobeitrag.) 1750 bauten die Grafen zudem die zweigeschossige Orangerie mit Mansarddach. In den folgenden Jahren entstanden ein Teehaus, ein Jagdpavillion und ein barocker Lustgarten mit einer Lindenallee. 

Durch Erbschaft gelangte das Anwesen 1761 dann aus den Händen der Familie von Plessen in den Besitz der freiherrlichen Familie von Maltzahn. Auf diese geht 1810 die Erweiterung um die Seitenflügel zurück. Diese sind dem Mittelbau stark vorgelagert und schließen in derselben Höhe wie der Mittelrisalit mit zwei Segmentbögen ab, die mit Stuckreliefs verziert wurden. Am rechten Risalit ist eine Sandsteinplatte mit Inschrift vom Ende des 16. Jahrhunderts eingelassen. Die Gebäudeecken sind im Untergeschoss als Putzquaderrustika ausgeführt. Im Hauptgebäude blieb die Raumstruktur des 18./19. Jahrhunderts weitgehend erhalten: Vestibül, Treppenhaus und ein großer Saal im Obergeschoss. 

Um 1800 wurde auch der Park erweitert und zum neun Hektar großen Landschaftsgarten umgestaltet. Er ist wegen seiner 1000-jährigen Eichen (Verlinkung) weithin bekannt. Es können aber noch andere interessante Bäume besichtigt werden: die Schindelborkige Hickorynuss und eine seltene Traubeneichenform mit einem Stammumfang von mehr als drei Metern. Ursprünglich gab es hier auch einen Tiergarten und eine Fasanerie. 

Die Familie der Freiherrn von Maltzahn Grafen von Plessen blieb bis 1945 im Besitz von Ivenack. Am 6. Mai 1945 erschoss der letzte Gutsherr, Albrecht Freiherr von Maltzahn und Graf von Plessen, nach schweren Misshandlungen durch sowjetische Soldaten seine Frau Magdalena, das Kindermädchen Emma Fuchs und sich selbst. Sie wurden später heimlich auf dem alten Friedhof des Gutes beerdigt. Hier erinnert ein Gedenkstein an sie. 

Nach dem Krieg teilte das Schloss das Schicksal vieler Herrenhäuser in Mecklenburg und war zunächst Flüchtlingsunterkunft, später Alten- und Pflegeheim für geistig behinderte Menschen. Glücklicherweise blieb vieles von der historischen Ausstattung aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten: das eindrucksvolle Treppenhaus mit dreiläufiger Treppe, die Wandschränke in der Bibliothek, Wandvertäfelungen, Parkett und Kamine. 

2000 wurde das Haus verkauft, das Nutzungsversprechen jedoch nicht eingelöst. Durch den jahrelangen Leerstand und die fehlende Sicherung des Gebäudes erlitt das Haus schwere Schäden. Marion von Keller, Nachfahrin der letzten Eigentümerfamilie Freiherren von Maltzahn Grafen von Plessen, die noch einen Teil ihrer Kindheit in Ivenack verbracht hat, kämpfte jahrelang gegen den Verfall des Hauses. 2009 wurden die Fassaden zum Teil restauriert. 2012 kaufte der dänische Investor Lars Fogh das Schloss mit Park, Orangerie und Teehaus. 2014 wurde Ivenack in die Liste der Nationalen Denkmale aufgenommen. Seit 2016 wird es – mit Unterstützung des Bundes und des Landes Mecklenburg-Vorpommern – aufwändig saniert. Geplant sind ein Ausstellungszentrum sowie Veranstaltungsräume für Hochzeiten und andere Feiern. Auch Ferienwohnungen sind vorgesehen. 

Fritz Reuter beschrieb Ivenack als "eine der Ruhe geweihte Oase, die, einer schlummernden Najade gleich, sich auf grünender Au und blumiger Wiese gelagert hat und ihr vom Laube tausendjähriger Eichen umkränztes Haupt in dem flüssigen Silber des Sees spiegelt."

Christoph von Koppelow gelangte 1709 nicht ganz freiwillig in den Besitz des fast 7.000 Hektar großen Gutes Ivenack. Sein Landesherr, Herzog Friedrich Wilhelm I. von Mecklenburg-Schwerin, wollte sein Jagdgebiet in der Hagenower Gegend erweitern und drängte ihn zum Tausch. Ernst Christoph von Koppelow machte das Beste draus: Er entwässerte das Land, baute eine Kirche und ließ als Wohnsitz den Mittelriegel des Putzbaus errichten. Der heutige Nordwestflügel hingegen erhält noch Reste eines Fachwerkgebäudes aus dem 16. Jahrhundert, vermutlich Teile des ersten Herrenhauses. 

1740 kam durch Einheirat die Familie von Plessen aus dem Hause Cambs in den Besitz von Ivenack, mit mittlerweile 7.000 Hektar das größte Gut Mecklenburgs. Die Plessen auf Ivenack wurden in den Grafenstand des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gesetzt. 

In dieser Zeit wurde Ivenack bekannt für seine Pferdezucht. Die Grafen Plessen auf Ivenack waren neben den Freiherrn von Biel auf Zierow die Repräsentanten der weltberühmten mecklenburgischen Vollblutzucht. Dafür wurde in Ivenack eigens ein halbkreisiger Marstall errichtet, der zu den größten Wirtschaftsgebäuden des Landes zählte. Von hier stammt auch der bekannte Prachthengst Herodot, den Napoleon konfiszierte und angeblich bis nach Moskau ritt. (Mehr darüber im Audiobeitrag.) 1750 bauten die Grafen zudem die zweigeschossige Orangerie mit Mansarddach. In den folgenden Jahren entstanden ein Teehaus, ein Jagdpavillion und ein barocker Lustgarten mit einer Lindenallee. 

Durch Erbschaft gelangte das Anwesen 1761 dann aus den Händen der Familie von Plessen in den Besitz der freiherrlichen Familie von Maltzahn. Auf diese geht 1810 die Erweiterung um die Seitenflügel zurück. Diese sind dem Mittelbau stark vorgelagert und schließen in derselben Höhe wie der Mittelrisalit mit zwei Segmentbögen ab, die mit Stuckreliefs verziert wurden. Am rechten Risalit ist eine Sandsteinplatte mit Inschrift vom Ende des 16. Jahrhunderts eingelassen. Die Gebäudeecken sind im Untergeschoss als Putzquaderrustika ausgeführt. Im Hauptgebäude blieb die Raumstruktur des 18./19. Jahrhunderts weitgehend erhalten: Vestibül, Treppenhaus und ein großer Saal im Obergeschoss. 

Um 1800 wurde auch der Park erweitert und zum neun Hektar großen Landschaftsgarten umgestaltet. Er ist wegen seiner 1000-jährigen Eichen (Verlinkung) weithin bekannt. Es können aber noch andere interessante Bäume besichtigt werden: die Schindelborkige Hickorynuss und eine seltene Traubeneichenform mit einem Stammumfang von mehr als drei Metern. Ursprünglich gab es hier auch einen Tiergarten und eine Fasanerie. 

Die Familie der Freiherrn von Maltzahn Grafen von Plessen blieb bis 1945 im Besitz von Ivenack. Am 6. Mai 1945 erschoss der letzte Gutsherr, Albrecht Freiherr von Maltzahn und Graf von Plessen, nach schweren Misshandlungen durch sowjetische Soldaten seine Frau Magdalena, das Kindermädchen Emma Fuchs und sich selbst. Sie wurden später heimlich auf dem alten Friedhof des Gutes beerdigt. Hier erinnert ein Gedenkstein an sie. 

Nach dem Krieg teilte das Schloss das Schicksal vieler Herrenhäuser in Mecklenburg und war zunächst Flüchtlingsunterkunft, später Alten- und Pflegeheim für geistig behinderte Menschen. Glücklicherweise blieb vieles von der historischen Ausstattung aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten: das eindrucksvolle Treppenhaus mit dreiläufiger Treppe, die Wandschränke in der Bibliothek, Wandvertäfelungen, Parkett und Kamine. 

2000 wurde das Haus verkauft, das Nutzungsversprechen jedoch nicht eingelöst. Durch den jahrelangen Leerstand und die fehlende Sicherung des Gebäudes erlitt das Haus schwere Schäden. Marion von Keller, Nachfahrin der letzten Eigentümerfamilie Freiherren von Maltzahn Grafen von Plessen, die noch einen Teil ihrer Kindheit in Ivenack verbracht hat, kämpfte jahrelang gegen den Verfall des Hauses. 2009 wurden die Fassaden zum Teil restauriert. 2012 kaufte der dänische Investor Lars Fogh das Schloss mit Park, Orangerie und Teehaus. 2014 wurde Ivenack in die Liste der Nationalen Denkmale aufgenommen. Seit 2016 wird es – mit Unterstützung des Bundes und des Landes Mecklenburg-Vorpommern – aufwändig saniert. Geplant sind ein Ausstellungszentrum sowie Veranstaltungsräume für Hochzeiten und andere Feiern. Auch Ferienwohnungen sind vorgesehen. 

Fritz Reuter beschrieb Ivenack als "eine der Ruhe geweihte Oase, die, einer schlummernden Najade gleich, sich auf grünender Au und blumiger Wiese gelagert hat und ihr vom Laube tausendjähriger Eichen umkränztes Haupt in dem flüssigen Silber des Sees spiegelt."

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