Mühle Grevenstein


  • Baudenkmal

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Die ältestenBerichte über eine Mühle zwischen Grevenstein und Roggenstorf stammen von 1379. Sicher belegt ist sie seit der Mitte des 19. Jhdts. Der erhaltene Mühlenstumpf stammt von 1903 und wird heute als Ausstellungsort für die Geologie Norddeutschlands genutzt.

1850 lebten auf dem Grevensteiner Mühlenhof elf Menschen. Zur Mühle gehörten auch ein Krug, also eine Gastwirtschaft, und eine Landwirtschaft von über 30 Hektar.

In der Nacht vom 23. zum 24. Februar 1903 brannte die Windmühle ab. Noch im gleichen Jahr wurde die heutige Mühle gebaut. Nachdem der letzte Erbmüller die DDR 1953 aus politischen Gründen verlassen hatte, wurde die Mühle noch bis 1967 von der LPG betrieben. Danach begann ihr Verfall, ehe 1985 der teilweise Wiederaufbau und die geplante Umnutzung zu einer kulturellen Einrichtung ihr endgültiges Verschwinden verhinderten. Die noch vorhandene Mühlentechnik wurde entfernt, an die Stelle der Kappe trat eine Aussichtsplattform. 1989 kaufte das benachbarte Kies- und Betonwerk Roggenstorf die Mühle, sanierte sie und baute sie für Ausstellungen zur Geologie – besonders Norddeutschlands – und Heimatgeschichte aus.

Wie ein Grevensteiner Müllergeselle die Pest ins Dorf holte
An einem Ausbruch der Pest in Grevenstein und Rankendorf vor vielen hundert Jahren soll der Geselle der Grevensteiner Mühle schuld gewesen sein. Am Abend war er mit dem Lehrjungen dabei, Mehl zu mahlen, das am nächsten Morgen nach Pohnsdorf gebracht werden sollte. Als der Bursche in der Nacht den Kopf zur Tür hinaussteckte, um frische Luft zu schöpfen, hörte er Hundegeheul und erkannte die alte Mutter Gauerken (1) mit ihrer Meute.
Der Geselle kam zur Tür, sah eine große schwarze Wolke langsam über Pohnsdorf heraufziehen und hörte die mahnenden Worte: „Oh Pohnsdorf, wie wird es dir ergehen.“ Der Geselle wollte die Pohnsdorfer, die seine Mahlgäste waren, vor dem Übel bewahren und leitete die Wolke nach Rankendorf und Grevenstein. Sie teilte sich, und ein Stück senkte sich auf den einen, das zweite auf den anderen Ort. Schon am nächsten Tag brach in beiden Dörfern die Pest aus.
Als der Lehrbursche über das nächtliche Geschehen plauderte, ergriff man den Gesellen. Als schuldig am Elend der Menschen sollte er verbrannt werden. Mutter Gauerken hatte zum Glück Erbarmen mit ihm. Als er auf dem Weg zum Scheiterhaufen war, hörte die Pest genau so schnell auf, wie sie gekommen war. Vor Erleichterung ließ man den Gesellen leben.

(1) andere Bezeichnung für die Göttinnen- und Märchengestalt „Frau Holle“

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