Kirche Bellin

Baudenkmal

Schon bald nach der ersten Erwähnung Bellins 1229 wurde wohl mit dem Bau der wuchtigen Kirche begonnen, die zu den typischen dreigegliederten Mecklenburger Dorfkirchen gehört.

Noch heute geben die um 1850 wiederentdeckten Wandmalereien Zeugnis der tiefen Religiosität des Mittelalters. Zu sehen sind u. a. eine detailreiche Darstellung von Jesus als Weltenrichter, Adam und Eva, eine  Schutzmantelmadonna sowie der Heilige Christophorus. Die Teufelsgestalten des Jüngsten Gerichts können mit ihren Hahnenfedern, -füßen und -kämmen als Anlehnung an slawische Zeiten interpretiert werden. Dem Slawengott Svantevit waren einst Hahnenopfer dargebracht worden – vielleicht war dieser Brauch in den frühen Jahren der deutschen Kolonisation bei den slawischen Mitmenschen noch nicht vergessen, und man wollte sie mit dieser Teufelsdarstellung mahnen.

In den 1980er-Jahren wurden die Malereien restauriert, wobei sich herausstellte, dass deren „Auffrischung“ 130 Jahre zuvor die mittelalterlichen Motive z. T. abgewandelt hatte. Bei der Restaurierung entdeckte man zudem eine barocke Darstellung von Auferstehungsszenen, bei denen sich die Toten nicht wie üblich aus ihren Gräbern erheben. Vielmehr scheinen sie kleinen Booten zu entsteigen.

Vom Altar aus dem späten 15. Jahrhundert sind nur die Seitenflügel mit jeweils acht figürlich dargestellten Heiligen erhalten. Die Strahlenkranzmadonna des Mittelteils, einst flankiert von jeweils vier Evangelisten, ist nicht erhalten. An ihrer Stelle gibt es eine Gethsemane-Szene aus dem 18. Jahrhundert.

Das steinerne Taufbecken aus dem späten 16. Jahrhundert ist mit seiner protestantischen Ikonographie ein Zeugnis der Reformation. 

Heute erklingen in der Belliner Kirche drei Glocken aus dem Jahr 1928. Die  größte war durch den Hamburger Bankier Henry Brarens Sloman gestiftet worden, der 1910 das Gut Bellin gekauft hatte. Die beiden anderen Glocken wurden von der Gemeinde finanziert. Bis 2010 läutete der Küster noch von Hand, seitdem arbeitet ein Elektrogeläut.

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