Kapelle Langen Trechow

Baudenkmal

Auf den ersten Blick verraten nur die wenigen Grabstellen rings um den Fachwerkbau, dass es sich um eine Kirche bzw. Kapelle handelt. Der kleine Ort Langen Trechow  ist aber schon seit 1329 Standort einer Kapelle, die durch das Bützower Kapitel gestiftet worden war. 

Der kleine Ort Langen Trechow – 1287 als Teutsch Trechow, 1303 als Teutonicali und 1329 als Dudeschen oder Teutschen Trechow erwähnt – ist seit 1329 Standort einer Kapelle, die durch das Bützower Kapitel gestiftet worden war. Damals war es erst wenige Jahrzehnte her, dass sich neben der bestehenden slawischen Siedlung „Trechow“ deutsche Siedler niedergelassen hatten. Aus dieser Zeit stammt auch die bis heute erhaltene Burg Trechow, die einst als Grenzburg zwischen slawischen und deutschen Siedlern errichtet worden war. Die Unterscheidung der beiden Trechower Orte durch den Zusatz „Teutsch“ währte bis ins 16. Jahrhundert. Dann wurde aus dem deutschen Trechow Langen Trechow, im Gegensatz zum ehemals slawischen Kurzen Trechow.

Die mittelalterliche Kapelle, in der nur an hohen Feiertagen ein Gottesdienst stattfand, wurde um 1700 durch einen Neubau ersetzt. Als Kapelle wurde sie deshalb bezeichnet, weil die Hauptkirche die Stiftskirche in Bützow war. 

Zwischen 1996 und 2006 konnte der stark sanierungsbedürftige und über 15 Jahre nicht mehr nutzbare Bau gesichert und instand gesetzt werden. Dabei wurde auch die historische Holztonnendecke restauriert, die z. T. bereits verfault oder heruntergefallen war. Alle verwendbaren Teile wurden jedoch wieder verwendet. Sehenswert sind die erhaltenen Glasmalereien mit dem Wappenschmuck der Familie von Plüskow. Dieses alte mecklenburgische Adelsgeschlecht war ab 1641 Besitzer von Kurzen und Langen Trechow.

Eichenbalken erinnert an geplanten Turmbau

Bei den Restaurierungsarbeiten stieß man auf einen alten und sehr langen Eichenbalken, der offenbar einfach auf dem Boden der Kapelle abgelegt war. Des Rätsels Lösung fand sich in alten Unterlagen der Familie Schierning, heutige Nachkommen der 1945 geflohenen Besitzer des benachbarten Gutes Trechow. Als Kirchenpatrone hatten die Gutsherren vermutlich um 1900 einen Turm für die Kapelle errichten wollen und den Eichenbalken schon an Ort und Stelle gelagert. Aus dem Vorhaben wurde aus finanziellen Gründen nichts – nur der Balken kündet noch davon.

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