Seebad Wendorf in Wismar

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Das Seebad Wendorf, heute ein Stadtteil von Wismar, war früher tatsächlich ein Badeort! 1821 ging hier das erste Badeschiff in Betrieb, errichtet von Johann Carl Hammer, einem Schiffszimmermeister aus Wismar. Er hatte nämlich bemerkt, dass die Menschen gern in der Ostsee baden. Nach damaligen Moralvorstellungen zeigte man dabei aber noch zu viel Blöße.

Deshalb baute er für die Badenden ein Boot, so dass sie, durch Vorhänge geschützt, ins Wasser gleiten konnten.

Das Badeschiff war durch eine 150 Meter lange Brücke mit dem Wendorfer Ufer verbunden und wurde jeden Winter im Wismarer Hafen für die kommende Saison auf Vordermann gebracht. Sein Besitzer jedoch geriet in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts in wirtschaftliche Not, im Februar 1850 musste er das Badeschiff samt Inventar versteigern. Sein Neffe Johann Lorenz errichtete auf Wunsch vieler Wismarer Badefans noch im selben Jahr das Seebad in Wendorf. Dazu gehörten zunächst eine Brücke für Bootsanleger und drei Badekarren – hölzerne Umkleidekabinen auf Rädern, die ins Wasser gezogen wurden.  Auf einer Anhöhe am Strand – später "Lorenzhöhe" genannt – entstanden verschiedene gastronomische Einrichtungen. 1856 gab Johann Lorenz seinen Badebetrieb wieder auf. Die attraktive Lage des Seebads bestätigt das in unmittelbarer Nähe 1866/67 entstandene Kurhaus Wendorf, das heutige "Hotel Seeblick". 1902 ging das Areal in das Eigentum der Stadt Wismar über.  Bis in die 50er Jahre hinein herrschte reger Badebetrieb. Durch Aufspülungen und eine Kläranlage in der Nähe büßte der Ort jedoch an Attraktivität ein. Auch die alte hölzerne Seebrücke zerfiel allmählich. Im Jahr 1993 entstand die heutige 350 Meter lange Seebrücke am Strand, die einen schönen Ausblick bietet.

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